7. BuB-Fachtagung „Niedrigzinsen und kein Ende: Bankentgelte im Spannungsfeld zwischen Rentabilität und Verbraucherschutz“ 

Das seit vielen Jahren schon anhaltende Niedrigzins-Umfeld macht nicht nur anlagewilligen Kunden zu schaffen, sondern mittlerweile auch immer mehr Kreditinstituten. Bei steigenden Kosten für stets wachsende Regulierung brechen Erträge aus Kerngeschäftsfeldern wie Verbraucher- oder Immobiliendarlehensgeschäft aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen zunehmend weg. Eigenes Kapital muss zwar vorgehalten werden, wirft aber ebenfalls wenig Erträge ab.

In dieser Gemengelage scheint es sich für die Banken geradezu aufzudrängen, über neue oder erhöhte Entgelte die Verluste aus den Zinsmargen auszugleichen – ein Blick in die Presse jedenfalls legt den Schluss nahe, dass die Kosten für Bankdienstleistungen zumindest bei den klassischen Banken aufgrund der Zinssituation inflationär ansteigen. Aktuell wird vor dem BGH über die Erhebung zusätzlicher Kosten für SMS-Dienste (Az. XI ZR 260/15) verhandelt. Aber haben Kreditinstitute überhaupt den Gestaltungsspielraum, nach eigenem Bedarf an der Kostenschraube zu drehen, wo doch die Rechtsprechung schon seit Jahrzehnten den Rahmen um die Bankentgelte immer enger setzt? Und macht es Sinn, den mündigen Verbraucher in Zeiten eines allgegenwärtig online verfügbaren Alternativangebotes überhaupt so intensiv vor sich zu schützen?

Diesen kontroversen Sachfragen näherte sich die diesjährige 7. Fachtagung Bankrecht und Bankpraxis am 23. November 2017 mit dem Titel

Niedrigzinsen und kein Ende: Bankentgelte im Spannungsfeld zwischen Rentabilität und Verbraucherschutz 

aus den unterschiedlichsten Perspektiven: Eine Ombudsfrau des Bankenverbandes berichtete aus ihrem Erfahrungsbereich, zwei BGH-Anwälte schilderten die Perspektiven ihrer jeweils gegensätzlichen Mandantschaft, ein hochrangiger Bankenvertreter gab Einblicke in sein Haus, zwei Professoren verdeutlichten die Entwicklung der Bankentgelte im europäischen Vergleich und in der BGH-Rechtsprechung. Last but not least ist der Verbraucherschutz natürlich unverzichtbar in diesem Kontext – vertreten durch die Bereichsleiterin Verbraucherfinanzen der Verbraucherzentrale NRW.

Zielgruppe:
Bankjuristen/Syndizi
Abonnenten Bankrecht und Bankpraxis
Vertriebsmitarbeiter

 


Fotonachlese zur BuB-Fachtagung 2017:
(Alle Fotos: Bernd Schaller, Bank-Verlag)

 

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